Wozu sollte ich einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lassen?
- Vera von Hake

- 8. Sept. 2024
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 17. Sept. 2024
In Zeiten steigender Energiekosten und zunehmendem Umweltbewusstsein rücken energetische Sanierungen von Wohngebäuden immer stärker in den Fokus. Ein zentraler Baustein für eine erfolgreiche energetische Modernisierung ist der sogenannte individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP). Aber wozu sollte man diesen überhaupt erstellen lassen, und welche Vorteile bringt er mit sich? In diesem Beitrag erläutere ich die wichtigsten Gründe, warum ein iSFP ein entscheidender Schritt für Hausbesitzer ist, die eine energetische Sanierung in Erwägung ziehen.
Was ist der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP)?

Der iSFP ist ein strukturiertes, vom Staat gefördertes Instrument, das Eigentümer von Wohngebäuden dabei unterstützt, eine langfristige und zielgerichtete Sanierungsstrategie zu entwickeln. Ein Energieberater erstellt den Fahrplan nach einer umfassenden Gebäudeanalyse, bei der sowohl der energetische Zustand als auch mögliche Sanierungsmaßnahmen betrachtet werden. Das Ziel ist es, die energetische Effizienz des Hauses zu verbessern und langfristig Energiekosten zu senken.
Der iSFP teilt die möglichen Maßnahmen in einzelne Schritte auf und zeigt auf, wie sich die Maßnahmen über die Jahre hinweg optimal umsetzen lassen. Das Besondere: Der iSFP berücksichtigt individuelle Ziele und Rahmenbedingungen, wie etwa finanzielle Möglichkeiten, und legt diese in einem klar strukturierten Dokument fest.
1. Langfristige Planungssicherheit
Ein wesentlicher Vorteil des iSFP ist die Möglichkeit, Sanierungsmaßnahmen über einen längeren Zeitraum hinweg zu planen. Viele Hausbesitzer zögern, umfangreiche energetische Sanierungen vorzunehmen, weil sie die hohen Kosten abschrecken. Der iSFP zeigt jedoch, dass Sanierungsmaßnahmen schrittweise umgesetzt werden können, wodurch die finanzielle Belastung auf mehrere Jahre verteilt wird.
Diese schrittweise Umsetzung sorgt dafür, dass Hausbesitzer ihre Investitionen besser planen können. Gleichzeitig sind sie nicht gezwungen, eine umfangreiche und teure Komplettsanierung auf einmal durchzuführen. Stattdessen können sie die Maßnahmen nach Dringlichkeit und den eigenen finanziellen Möglichkeiten anpassen.
2. Transparenz über Kosten und Einsparpotenzial
Ein iSFP bietet eine detaillierte Kostenaufstellung für die geplanten Sanierungsmaßnahmen. Dies ermöglicht Hausbesitzern eine klare Vorstellung davon, welche Investitionen auf sie zukommen und wie sich diese auf ihre monatlichen Energiekosten auswirken werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt: Der Sanierungsfahrplan enthält auch eine Prognose über das Einsparpotenzial. So lässt sich absehen, wie schnell sich die getätigten Investitionen amortisieren.
In der Regel zeigt der iSFP auf, dass die Einsparungen durch geringere Heiz- und Stromkosten die Investitionen mittelfristig ausgleichen können. Diese Transparenz ist besonders wertvoll, um fundierte Entscheidungen zu treffen und den eigenen Haushalt wirtschaftlich zukunftssicher zu machen.
3. Erhöhung des Wohnkomforts
Energetische Sanierungen verbessern nicht nur die Energiebilanz eines Gebäudes, sondern tragen auch erheblich zum Wohnkomfort bei. Gut gedämmte Wände und Fenster sorgen für ein angenehmes Raumklima, indem sie im Winter die Wärme im Haus halten und im Sommer für eine angenehme Kühle sorgen. Auch Zugluft und Feuchtigkeit werden durch eine fachgerechte Sanierung minimiert, was das Wohlbefinden der Bewohner erheblich steigert.
Ein iSFP hilft dabei, gezielt Maßnahmen auszuwählen, die den Wohnkomfort verbessern, ohne das Budget zu überlasten. Denn oft sind es kleine Schritte, wie die Dämmung der Kellerdecke oder der Austausch der Fenster, die bereits spürbare Verbesserungen bringen.
4. Werterhalt und Wertsteigerung der Immobilie
Energetische Sanierungen wirken sich nicht nur auf die laufenden Kosten und den Wohnkomfort aus, sondern steigern auch den Wert einer Immobilie. Gerade in Zeiten, in denen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit immer wichtiger werden, achten potenzielle Käufer zunehmend auf den energetischen Zustand eines Hauses. Ein saniertes Gebäude mit einem niedrigen Energieverbrauch ist deutlich attraktiver und erzielt in der Regel einen höheren Verkaufspreis als unsanierte Häuser.
Mit einem iSFP haben Hausbesitzer einen klaren Plan in der Hand, wie sie den Wert ihrer Immobilie systematisch steigern können. Dies ist besonders dann von Vorteil, wenn der Verkauf des Hauses in den kommenden Jahren geplant ist.
5. Staatliche Förderung für iSFP und Sanierungsmaßnahmen
Ein weiterer entscheidender Vorteil des iSFP sind die staatlichen Fördermöglichkeiten. Die Erstellung des individuellen Sanierungsfahrplans wird durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Hauseigentümer erhalten einen Zuschuss von 50 % der Kosten für den iSFP, was bedeutet, dass die Eigenkosten für den Plan nur einen kleinen Bruchteil der eigentlichen Beratungskosten ausmachen.
Noch attraktiver wird es, wenn Hausbesitzer die im iSFP vorgeschlagenen Maßnahmen umsetzen. Denn der Staat belohnt die Umsetzung von Maßnahmen, die auf dem individuellen Sanierungsfahrplan basieren, mit höheren Förderquoten. Hausbesitzer, die eine Sanierung nach iSFP durchführen, können sich über zusätzliche Zuschüsse freuen, was die finanzielle Belastung weiter senkt.
6. Höhere Fördermöglichkeiten bei Sanierung nach iSFP
Das vielleicht stärkste Argument für die Erstellung eines iSFP ist die Aussicht auf höhere staatliche Förderungen bei der Sanierung. Hauseigentümer, die ihre energetischen Maßnahmen auf Grundlage des iSFP umsetzen, profitieren von einem sogenannten iSFP-Bonus. Dieser Bonus beläuft sich auf zusätzliche 5 % Fördermittel, die zu den regulären Förderquoten hinzukommen.
Beispielsweise kann eine energetische Sanierung, die 60.000,- EUR kostet, mit einem Zuschuss von bis zu 20.000,- EUR gefördert werden – sofern die Maßnahmen auf dem iSFP basieren. Ohne den iSFP wären es nur 15.000,- EUR. Diese zusätzlichen 5 % können also einen erheblichen Unterschied machen und die Sanierung finanziell deutlich attraktiver gestalten.
Fazit: Der iSFP lohnt sich – vor allem bei geplanter Sanierung
Wenn Sie ohnehin eine Sanierung Ihres Hauses in Erwägung ziehen, ist die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans fast unumgänglich. Er bietet nicht nur eine klare Planungshilfe und Transparenz über Kosten und Einsparungen, sondern verbessert auch Ihre Chancen auf höhere Förderungen erheblich. Insbesondere der iSFP-Bonus, der Ihnen zusätzliche 5 % Fördermittel sichert, macht den Unterschied bei den Gesamtkosten einer energetischen Sanierung aus.
Ein iSFP ist somit nicht nur eine sinnvolle Entscheidung für Ihre finanzielle Planung und die Nachhaltigkeit Ihres Hauses, sondern auch ein echter Mehrwert, wenn es um die staatlichen Zuschüsse geht. Denken Sie also daran: Je besser Ihre Sanierung geplant ist, desto mehr können Sie von den Förderprogrammen profitieren und Ihr Zuhause langfristig zukunftssicher und komfortabel gestalten.