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Haus gekauft – Soll ich sanieren? Und wenn ja, wie und was?

  • Autorenbild: Vera von Hake
    Vera von Hake
  • 23. Okt. 2024
  • 4 Min. Lesezeit

Der Kauf eines Hauses ist für viele Menschen ein großer Meilenstein und ein lang ersehnter Traum. Doch nach der Schlüsselübergabe stellen sich viele frischgebackene Hausbesitzer die Frage: Soll ich mein neues Zuhause sanieren? Und falls ja, wie sollte ich am besten vorgehen und welche Maßnahmen sind besonders sinnvoll? In diesem Blog beleuchten wir, warum es wichtig ist, über Sanierungsmaßnahmen nachzudenken, insbesondere im Bereich der energetischen Sanierung, und welche Schritte am meisten lohnen.


Warum überhaupt sanieren?


Haus und ein Schlüssel
Hauskauf

Obwohl viele Häuser auf den ersten Blick bewohnbar und in gutem Zustand erscheinen, verstecken sich oft Mängel, die erst bei genauem Hinsehen auffallen. Besonders bei älteren Häusern bestehen häufig Defizite in der Bausubstanz oder der energetischen Effizienz, die über die Jahre zu hohen Energiekosten und einem unkomfortablen Wohnklima führen können. Hier sind einige Gründe, warum eine Sanierung sinnvoll sein kann:


  1. Energieeinsparung: Eines der größten Argumente für eine Sanierung ist die Möglichkeit, den Energieverbrauch des Hauses zu reduzieren. Ältere Gebäude verbrauchen oft erheblich mehr Energie für Heizung und Warmwasser als Neubauten. Mit gezielten energetischen Maßnahmen können Hausbesitzer ihre Energiekosten erheblich senken.

  2. Wertsteigerung der Immobilie: Ein saniertes Haus ist nicht nur komfortabler und sparsamer im Unterhalt, sondern auch wertvoller. Besonders in Zeiten, in denen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit immer wichtiger werden, achten potenzielle Käufer auf den Zustand der Bausubstanz und die energetische Ausstattung.

  3. Förderprogramme: Der Staat unterstützt energetische Sanierungen mit attraktiven Förderprogrammen. Diese Förderungen können einen erheblichen Teil der Sanierungskosten abdecken und machen es finanziell deutlich attraktiver, in die energetische Verbesserung eines Hauses zu investieren.


Was ist eine energetische Sanierung?


Unter einer energetischen Sanierung versteht man Maßnahmen, die darauf abzielen, den Energiebedarf eines Hauses zu reduzieren. Im Wesentlichen geht es dabei um die Verbesserung der Wärmedämmung, den Austausch ineffizienter Heizsysteme und die Nutzung erneuerbarer Energien. Solche Maßnahmen helfen nicht nur, Energiekosten zu sparen, sondern tragen auch dazu bei, den CO₂-Ausstoß zu verringern.


Energetische Sanierungen sind nicht nur umweltfreundlich, sondern bringen auch langfristige finanzielle Vorteile. Durch niedrigere Energiekosten amortisieren sich die Investitionen oft innerhalb weniger Jahre. Zudem steigert eine energetische Modernisierung den Wert der Immobilie, was insbesondere bei einem späteren Verkauf von Vorteil sein kann.


Wann sollte man sanieren?


Nicht jedes Haus erfordert sofort eine umfassende Sanierung. Es gibt jedoch bestimmte Anzeichen, die darauf hinweisen, dass eine Modernisierung sinnvoll oder gar notwendig ist:


  • Hohe Energiekosten: Wenn die Heizkosten im Verhältnis zur Wohnfläche ungewöhnlich hoch sind, ist dies oft ein Zeichen dafür, dass das Haus energetisch ineffizient ist.

  • Unangenehmes Raumklima: Kalte Wände, Zugluft oder schlecht isolierte Fenster können das Wohnklima negativ beeinflussen. Eine Sanierung kann hier Abhilfe schaffen.

  • Veraltete Heizung: Heizungsanlagen, die älter als 15 bis 20 Jahre sind, arbeiten oft ineffizient und sollten durch moderne, energiesparende Systeme ersetzt werden.

  • Mängel an der Bausubstanz: Feuchtigkeitsschäden, Risse in den Wänden oder eine unzureichende Dämmung sind klare Hinweise darauf, dass eine Sanierung nötig ist.


Wie geht man bei einer Sanierung vor?


Der erste Schritt bei jeder Sanierung sollte eine gründliche Bestandsaufnahme des Gebäudes sein. Dabei kann ein Energieberater helfen, der den energetischen Zustand des Hauses analysiert und einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellt. Dieser Plan bietet eine umfassende Übersicht darüber, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind und welche Einsparpotenziale sie bieten.


Ein typischer Sanierungsprozess lässt sich in die folgenden Schritte unterteilen:


  1. Bestandsaufnahme und Beratung

    Bevor man mit der Sanierung beginnt, ist es wichtig, sich einen Überblick über den aktuellen Zustand des Hauses zu verschaffen. Ein Energieberater analysiert das Gebäude auf Schwachstellen und erstellt eine Liste der Sanierungsmaßnahmen. Diese Beratung wird in der Regel staatlich gefördert.


  2. Prioritäten setzen

    Nicht alle Sanierungsmaßnahmen müssen sofort durchgeführt werden. Es empfiehlt sich, zunächst die dringlichsten Probleme zu beheben. Oft macht es Sinn, mit der Dämmung der Außenhülle zu beginnen, da hier das größte Einsparpotenzial besteht.


  3. Planung und Finanzierung

    Sobald die Prioritäten festgelegt sind, geht es an die konkrete Planung der Sanierung. Hier sollten Hausbesitzer nicht nur die Kosten, sondern auch mögliche Förderungen im Blick behalten. Für energetische Sanierungen gibt es zahlreiche Zuschüsse und zinsgünstige Kredite, etwa von der KfW oder dem BAFA.


  4. Durchführung der Maßnahmen

    Je nach Umfang der Sanierung sollten erfahrene Fachleute beauftragt werden. Von der Dämmung bis zum Austausch der Heizungsanlage – jede Maßnahme erfordert spezifisches Fachwissen.


Welche Maßnahmen sind besonders sinnvoll?


Wenn es um die energetische Sanierung geht, gibt es eine Vielzahl von Maßnahmen, die Hausbesitzer in Betracht ziehen können. Hier sind einige der effektivsten und lohnendsten Optionen:


  1. Dämmung der Gebäudehülle

    Die Dämmung von Dach, Wänden und Kellerdecke zählt zu den wichtigsten Maßnahmen, wenn es darum geht, den Energieverbrauch eines Hauses zu senken. Durch eine verbesserte Dämmung kann der Wärmeverlust erheblich reduziert werden, was nicht nur die Heizkosten senkt, sondern auch für ein angenehmes Wohnklima sorgt.


  2. Fenster und Türen austauschen

    Veraltete Fenster und Türen sind häufig eine der größten Schwachstellen bei der Wärmedämmung. Moderne, gut isolierte Fenster verhindern, dass Wärme nach außen entweicht, und tragen maßgeblich zur Energieeinsparung bei.


  3. Heizung erneuern

    Eine alte Heizungsanlage ist nicht nur ineffizient, sondern oft auch teuer im Betrieb. Der Austausch gegen eine moderne Gas- oder Pelletheizung oder der Umstieg auf eine Wärmepumpe kann die Energiekosten erheblich senken. Zusätzlich gibt es staatliche Förderungen für den Austausch alter Heizungen.


  4. Solaranlagen installieren

    Die Installation einer Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung oder einer Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung kann eine lohnende Investition sein. Die Nutzung erneuerbarer Energien trägt nicht nur zur Reduzierung der Energiekosten bei, sondern ist auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.


  5. Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

    Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung sorgt dafür, dass verbrauchte Luft nach draußen abgeführt wird, während die Wärmeenergie erhalten bleibt. Dies führt zu einem besseren Raumklima und spart gleichzeitig Heizkosten.


Fazit: Energetisch sanieren lohnt sich


Der Kauf eines Hauses ist eine große Investition – und eine energetische Sanierung kann diese Investition langfristig absichern und sogar steigern. Insbesondere wenn das Haus älter ist, lohnt es sich, über Maßnahmen nachzudenken, die den Energieverbrauch reduzieren. Durch eine verbesserte Dämmung, den Austausch ineffizienter Heizungen und die Nutzung erneuerbarer Energien lässt sich nicht nur viel Geld sparen, sondern auch der Wert der Immobilie erhöhen.


Darüber hinaus machen attraktive staatliche Förderungen energetische Sanierungen besonders interessant. Mit einem durchdachten Sanierungsplan und einer sorgfältigen Auswahl der Maßnahmen können Hausbesitzer nicht nur Energiekosten einsparen, sondern auch den Wohnkomfort und die Lebensqualität in ihrem Zuhause verbessern. Wer also ein Haus kauft, sollte die Chance nutzen und frühzeitig über Sanierungsmaßnahmen nachdenken – denn diese lohnen sich auf lange Sicht in mehrfacher Hinsicht.

 
 
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