Fördermöglichkeiten für die energetische Sanierung von Nichtwohngebäuden – Komplexität und Perspektiven
- Vera von Hake

- 10. Jan. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Energetische Sanierungen von Nichtwohngebäuden sind komplex und betreffen oft große, vielfältig genutzte Gebäude. Angesichts der steigenden Energiekosten und der gesetzlichen Vorgaben gibt es eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten, die Unternehmen und Organisationen unterstützen sollen. In diesem Blog betrachten wir die aktuellen Fördermöglichkeiten, die Bedeutung der Energieberatung für Nichtwohngebäude und die Herausforderungen der Zukunft.
1. Fördermöglichkeiten für energetische Sanierungen von Nichtwohngebäuden
Für Nichtwohngebäude, wie zum Beispiel Bürogebäude, Produktionshallen oder kommunale Einrichtungen, gibt es spezifische Förderprogramme. Diese richten sich insbesondere an Unternehmen, Kommunen und gemeinnützige Organisationen und sind oft auf komplexe Sanierungsvorhaben ausgelegt.
a) KfW-Förderprogramme für Nichtwohngebäude
KfW-Energieeffizienzprogramme
Die KfW bietet zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse für die energetische Sanierung von Nichtwohngebäuden an. Diese Förderungen gelten sowohl für umfassende Sanierungen als auch für Einzelmaßnahmen. Unternehmen und Organisationen können hier von einer attraktiven Finanzierung profitieren, um ihre Gebäude effizienter zu gestalten.
Mehr Informationen: KfW-Förderung Nichtwohngebäude
KfW-Einzelmaßnahmen für Nichtwohngebäude
Auch für einzelne energetische Maßnahmen, wie die Dämmung von Wänden oder die Modernisierung der Heizungsanlage, stehen Fördermittel zur Verfügung. Diese können Schritt für Schritt umgesetzt werden und bieten Unternehmen eine flexible Möglichkeit, den Energieverbrauch zu senken.
Mehr Informationen: KfW-Einzelmaßnahmen Nichtwohngebäude
b) BAFA-Förderprogramme für Nichtwohngebäude
Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) – Nichtwohngebäude
Das BAFA bietet Zuschüsse für energetische Maßnahmen an Nichtwohngebäuden. Dies umfasst unter anderem den Einsatz erneuerbarer Energien zur Beheizung oder Kühlung, die Optimierung der Gebäudehülle sowie die Modernisierung der Anlagentechnik.
Mehr Informationen: BAFA-Förderung für Nichtwohngebäude
2. Energieberatung für Nichtwohngebäude – Komplexität meistern
Nichtwohngebäude haben oft sehr unterschiedliche Nutzungsprofile, was die energetische Analyse und die Sanierungsplanung komplex macht. Eine Energieberatung für Nichtwohngebäude bietet hier die notwendige Expertise, um den Energieeinsatz systematisch zu erfassen und maßgeschneiderte Maßnahmen zu entwickeln.
Förderung der Energieberatung für Nichtwohngebäude
Die BAFA fördert die Energieberatung für Nichtwohngebäude ebenfalls mit bis zu 50 % der Beratungskosten. Diese Beratung umfasst die Analyse des Energieeinsatzes, die Erstellung eines Maßnahmenkatalogs und die Begleitung bei der Umsetzung.
Mehr Informationen: BAFA-Förderung für Energieberatung Nichtwohngebäude
3. Förderungen für Energieaudits und Energiemanagementsysteme
Neben der Förderung von konkreten Sanierungsmaßnahmen gibt es auch spezielle Förderprogramme für Energieaudits und Energiemanagementsysteme, die besonders für große Unternehmen mit hohem Energieverbrauch relevant sind.
a) Energieaudit nach DIN EN 16247-1
Ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 ist eine systematische Untersuchung des Energieeinsatzes in einem Gebäude oder Betrieb. Ziel ist es, Einsparpotenziale zu identifizieren und Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz aufzuzeigen.
BAFA-Förderung für Energieaudits
Das BAFA unterstützt Unternehmen dabei, ein Energieaudit durchzuführen. Insbesondere für Nichtwohngebäude und Unternehmen, die nicht zu den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zählen, ist ein Energieaudit verpflichtend. Diese Förderung übernimmt bis zu 50 % der Kosten eines Energieaudits und hilft Unternehmen, ihre Energiekosten nachhaltig zu senken.
Mehr Informationen: BAFA-Förderung für Energieaudits
b) Energiemanagementsystem nach ISO 50001
Ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 50001 bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Energieverbräuche systematisch zu erfassen und kontinuierlich zu verbessern. Es bietet einen umfassenderen und langfristigeren Ansatz als ein einmaliges Energieaudit.
KfW-Förderung für Energiemanagementsysteme
Die KfW bietet über das Programm zur Förderung von Energieeffizienz und Prozesswärme aus erneuerbaren Energien in der Wirtschaft auch Unterstützung für die Einführung von Energiemanagementsystemen an. Diese Förderung bietet attraktive Kredite und Tilgungszuschüsse für Unternehmen, die ein zertifiziertes Energiemanagementsystem einführen möchten.
Mehr Informationen: KfW-Förderung für Energiemanagementsysteme
BAFA-Zuschüsse für Energiemanagementsysteme
Auch das BAFA fördert die Einführung von Energiemanagementsystemen, insbesondere für Unternehmen, die ihre Energieeffizienz systematisch steigern möchten. Es gibt Zuschüsse für die Erstzertifizierung und für die Einführung notwendiger Mess- und Überwachungstechnik.
Mehr Informationen: BAFA-Förderung Energiemanagementsysteme
4. Warum wurden die Förderungen reduziert?
Im Zuge der hohen Nachfrage und den knappen öffentlichen Mitteln wurden die Förderungen für Energieberatungen und Audits teilweise reduziert. Diese Reduktion soll dazu beitragen, die Mittel effizienter einzusetzen und sicherzustellen, dass auch langfristig genügend finanzielle Unterstützung für energetische Maßnahmen zur Verfügung steht.
5. Zukunftsausblick – Leere Kassen und Klimaziele
Die finanzielle Situation in Deutschland bleibt herausfordernd, und die Fördermittel für energetische Sanierungen müssen effizient verwaltet werden. Dennoch bleiben die Klimaziele 2045 eine klare Vorgabe, die nur durch eine signifikante Verbesserung der Energieeffizienz im Gebäudebereich erreicht werden kann. Besonders für Nichtwohngebäude, die oft große Energieverbraucher sind, sind umfassende Sanierungen und Energiemanagementmaßnahmen von zentraler Bedeutung.
Die zukünftige Förderpolitik könnte stärker auf innovative Technologien und integrierte Ansätze setzen, um die Energieeffizienz signifikant zu steigern. Unternehmen und Organisationen, die bereits heute in eine nachhaltige Energieplanung und Sanierung investieren, sichern sich nicht nur finanzielle Vorteile, sondern tragen auch aktiv zum Klimaschutz bei.
Fazit: Energiemanagement und Sanierung von Nichtwohngebäuden als Schlüssel zur Klimaneutralität
Die energetische Sanierung von Nichtwohngebäuden bietet nicht nur Potenziale zur Kostensenkung, sondern ist auch ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Die Förderlandschaft ist breit aufgestellt und bietet Unterstützung für Sanierungen, Energieaudits und die Einführung von Energiemanagementsystemen. Auch wenn die Förderungen zuletzt leicht reduziert wurden, bieten sie nach wie vor wichtige finanzielle Anreize, um die energetische Transformation erfolgreich zu gestalten.
Für Unternehmen lohnt es sich, auf professionelle Beratung zu setzen, um die richtige Kombination von Förderprogrammen zu nutzen und langfristig energieeffizienter zu werden. Gemeinsam können wir den Weg in eine klimaneutrale Zukunft gestalten. Kontaktieren Sie uns, um mehr über die Möglichkeiten der energetischen Optimierung Ihres Gebäudes zu erfahren!